Highlight: Deep Dive Sessions geben tieferen Einblick in Tools und Thematik
Am Nachmittag konnten die Teilnehmenden in acht parallelen Deep-Dive-Sessions konkrete Werkzeuge zur Transformationsunterstützung kennenlernen und vertiefen. Das Spektrum der vorgestellten Ansätze reichte von selbst entwickelten KI-gestützten Diagnosetools über Simulationsumgebungen bis hin zu interaktiven Planspielen und Live-Formaten. Hier ein kurzer Einblick in drei der Deep Dive Sessions:
In der Deep Dive Session 1 »TRUST x MAHLE« gaben Uwe Remer (FIZ für Transformation und Governance) und Theresa Schropp (MAHLE) Einblick in ihr gemeinsames Forschungsprojekt. Mit ihrem KI-gestützten Tool »TRUST« werden komplexe Wirkungszusammenhänge zwischen gesellschaftlichen, (geo-)politischen und marktbezogenen Entwicklungen erfassbar gemacht, damit sich Unternehmen frühzeitig antizipativ und resilient aufstellen können. In einer Live-Demo konnten die Teilnehmenden das Tool direkt erkunden. Take-away: Wer externe Dynamiken systematisch erfasst, kann sein Geschäftsmodell gezielter auf künftige Entwicklungen ausrichten.
In der Deep Dive Session 5 »Warum Transformationen ins Stocken geraten, zeigte Melissa Köhler (FIZ für Transformation und Governance), dass große Transformationsvorhaben selten abgebrochen werden, aber durch Ermüdungseffekte, überlastete Schlüsselrollen oder informelle Widerstände an Steuerungsfähigkeit verlieren können. Dynamiken, die im klassischen Monitoring oft unsichtbar bleiben. Zentrales Take-away war der (neue?) »Trafometer«, ein KI-gestützter Analyseansatz von Fraunhofer, der solche internen Bewegungen frühzeitig sichtbar macht, bevor sie eine Transformation ausbremsen.
Finn Restel und Jens Drawehn (FIZ für Transformation und Governance) sprachen in ihrer Session 7 über das Thema »Wenn es bei der KI-Einführung menschelt«. Schnell wurde deutlich, dass der Erfolg von KI-Projekten selten an der Technologie selbst scheitert, sondern an den Einstellungen und Fähigkeiten der Menschen sowie den organisatorischen Rahmenbedingungen. Gemeinsam mit den Teilnehmenden wurde diskutiert, wie Unternehmen zwischen KI-Hype und KI-Skepsis eine produktive Haltung entwickeln können. Take-away: KI-Erfolg ist vor allem eine Frage der organisatorischen Transformationsfähigkeit.
Paneldiskussion, Take-away und Ausklang
Nach den Workshops stellten sich die Teilnehmenden der anstehende Paneldiskussion in Form von kurzen Resilienz Impulsen vor. In der Diskussion ging es um die Frage, was Organisationen unter Druck stabil hält: Petra Ilic (Wiener Stadtwerke GmbH), Ulrike Braun (Europa-Park Hotels), Jennifer Heidtmann (Berufsfeuerwehr Hamburg) und Prof. Dr. Monika Gonser (Intersectoral School of Governance Baden-Württemberg) brachten Perspektiven aus Infrastruktur, Tourismus, Krisenmanagement und Governance ein.
Anschließend beendete Christopher Gogolin (Ocha Ocha GmbH) das Programm mit einem Vortrag seiner persönlichen Gründungsgeschichte unter dem Einfluss von Transformation.
Zum Abschluss des Summits waren die Teilnehmenden selbst gefragt: Sie durften ihre persönlichen Eindrücke des Tages direkt in eine KI einsprechen, die diese anschließend live zu drei zentralen Take-Aways verdichtete:
- Im Mittelpunkt stand erstens der Mensch aber manchmal auch im Weg, denn Transformation ist kein Projekt mit Enddatum, sondern ein sozialer Prozess, der von Selbstwirksamkeit und echtem Handlungsspielraum lebt.
- Zweitens wurde deutlich, dass Zuversicht eine Haltungsentscheidung ist und keine Stimmungslage: Sie muss aktiv ergriffen werden, unabhängig davon, wie der Standort der Wirtschaft insgesamt bewertet wird.
- Drittens entsteht Resilienz im Netzwerk und nicht im Alleingang. Es braucht Ehrlichkeit, Vorbereitung auf unterschiedliche Zukunftsszenarien und Klarheit im Kurs, um gemeinsam handlungsfähig zu bleiben.
Verdichtet brachten die Teilnehmenden es selbst auf den Punkt: Transformation gelingt, wenn Menschen Agency haben, Zuversicht als Haltung leben und Resilienz im Netzwerk aufbauen – nicht allein.
Mit diesem gemeinsam erarbeiteten Fazit ging der offizielle Teil des Summits zu Ende. Im Anschluss blieb noch die Gelegenheit, bei Getränken den Tag ausklingen zu lassen und in persönlichen Gesprächen gemeinsam die gewonnenen Eindrücke zu vertiefen.
Hier finden Sie das vollständige Programm der zweiten Veranstaltung.