Nachbericht  /  17.9.2019

Auftaktveranstaltung »Neue Materialien und Verfahren im Bauwesen«

Die ersten Projekte zur Internationalen Bauausstellung 2027 StadtRegion Stuttgart (IBA‘27) wurden im August 2019 vorgestellt. Dazu gehört auch die Veranstaltungsreihe des Fraunhofer Informationszentrums Raum und Bau (IRB) für den Dialog zwischen Forschung, Praxis und breiter Öffentlichkeit »Research goes public – Bauforschung im Praxisaustausch«. Am 17. September 2019 fand die Auftaktveranstaltung mit dem Thema »Neue Materialien und Verfahren im Bauwesen« statt. Der Veranstaltungsort im innovativen Gebäude des Fraunhofer Zentrums für Virtuelles Engineering (ZVE) bot den perfekten Rahmen.

Nach einer kurzen Begrüßung durch Dr. Alexander Rieck, Fraunhofer IAO, LAVA Architekten, und Thomas Morszeck, Institutsleiter des Fraunhofer IRB, führten die Referenten mit Impulsvorträgen in ihre Themen ein. Dr.-Ing. Walter Haase, Institut für Leichtbau Entwerfen und Konstruieren der Universität Stuttgart, stellte den aktuellen Stand der Entwicklung von Gradientenbeton vor. RA MD a.D. Michael Halstenberg, Deutsche Gesellschaft für Baurecht e.V., informierte über die rechtlichen Herausforderungen bei der Verwendung von neuen Materialien und Verfahren im Bauwesen. Hintergründe zu WiTraBau - Wissenstransfer im Bauwesen - erläuterte Micha Illner, Fraunhofer-Institut für Bauphysik. Hierbei liegt der Fokus im baustoffspezifischen Bereich der Bekanntmachung. Baugerechte Faserverbundsysteme für robotisch gewickelte leichte Dach- und Deckensysteme zeigte M.Sc. Valentin Koslowski, Institut für Tragkonstruktionen und konstruktives Entwerfen der Universität Stuttgart, anhand des für die Bundesgartenschau in Heilbronn entwickelten Faserpavillons, dessen individuelle Strukturen aus Glasfasern und Kohlestofffasern in einem robotischen Fertigungsprozess hergestellt wurden. Zum Abschluss der Vorträge erläuterte Dr. Jan Wenker, Brüninghoff GmbH & Co. KG, bereits ausgeführte Bauwerke in Hybridbauweise aus Holz und Beton.

Im anschließend stattfindenden Open-Space-Forum konnten sich alle Teilnehmenden über die vorgestellten Themen im Austausch mit den Referenten detailliert informieren. Die Referenten hatten dazu Ausstellungsstücke und Charts vorbereitet. Das Angebot wurde intensiv genutzt.

In der abschließenden Podiumsdiskussion wurden wesentliche Fragen aus dem Open-Space-Forum aufgegriffen und im Austausch mit dem Plenum angeregt diskutiert. In den Diskurs brachte sich auch der Intendant der IBA'27, der Schweizer Architekt Andreas Hofer, ganz wesentlich ein.

Fazit der Veranstaltung ist, für einen besseren Innovationstransfer in die Baupraxis sind mehr Mut zur Umsetzung, weniger restriktive Vorgaben und mehr Gestaltungsmöglichkeiten erforderlich. So formuliert Andreas Hofer: „Es ist die Kernidee einer IBA, experimentelle Freiräume zu schaffen, in dem dieses schwierige In-die-Praxis-bringen gelingen kann."

Die erstmals in diesem Format gestaltete Veranstaltung des Fraunhofer IRB stieß sowohl bei den Teilnehmenden als auch beim Veranstalter und der IBA auf große Zustimmung. Neben der spannenden Themenauswahl lag das an der guten Moderatorin von Domenica Riecker-Schwörer, Karlsruher Institut für Technologie.

Die nächste Veranstaltung im Mai 2020 wird wieder interessante Projekte aus der Bauforschung aufzeigen, die kurz vor der Erprobung in der Praxis stehen oder bereits in der Baupraxis angekommen sind.